Der Vierströmebrunnen gilt als Meisterwerk Berninis ..

Der Vierströmebrunnen in Rom - Fontana dei Fiumi

Sebastian Erkens
Sebastian Erkens

Eines der bekanntesten Brunnen in Rom ist der Vierströmebrunnen. Gemäß der päpstlichen Tradition zu Zeiten des Barocks, wurde dieser optisch imposante Brunnen als Ausdruck „päpstlicher Großzügigkeit und Güte“, zum Wohle des Volkes der Stadt Rom errichtet.

Kaum eine andere europäische Stadt hat so viele öffentliche Brunnen vorzuweisen, wie Sie es in Rom erleben können. Drei dieser gut vierhundert Jahre alten Exemplare befinden sich an der Piazza Navona, einem der beliebtesten Plätze der Stadt.

Der auffälligste der drei Brunnen befindet sich im Zentrum der Piazza. Als Quelle zur Trinkwasserversorgung sowie als Treffpunkt, waren die meist aus Travertin und Marmor gefertigten Brunnen, eine äußerst wichtige Anlaufstelle der Einheimischen. Der Architekt dieses pompösen Exemplars war bei Leibe kein Unbekannter.

Der Vierströmebrunnen bildet das Zentrum der Piazza

Adresse:
Piazza Navona, 00186 Roma

Transport:
U-Bahn Haltestelle Spagna (Linie A), von dort aus 1,5 km zu Fuß bis zur Piazza

In der Nähe:
Gladiatoren Museum (0,1 km)
Pantheon (0,3 km)
Engelsburg (0,7 km)
Trevi Brunnen (0,9 km)

Informationen zur Piazza Navona im Video

Berninis Meisterwerk

In den Jahren 1648 bis 1651 kam es dazu, dass Papst Innozenz X. Pamphilj, den großen Platz vor seinem Palast (dem Palazzo Pamphili) schmücken wollte. Hierfür schrieb er, wie zu seiner Amtszeit üblich, einen Architektenwettbewerb aus. Die Idee neuer Brunnen zur Verschönerung der Piazza war geboren.

Dank der kurz zuvor gelegten Wasserleitung  „Aqua Virgo“ war es nun also möglich, neue Brunnen zu errichten und somit ein Stück weit die Gunst des Volkes zu erwerben. Die Gestaltung der Piazza samt seiner „Fontana dei Quattro Fiumi“ ging folgerichtig an den besten Bewerber des Wettbewerbs. Es war der berühmte italienische Architekt Gian Lorenzo Bernini, der sich diesem Projekt mit Freude annahm und versprach.

Die Realisierung des Vierströmebrunnens beschäftigte Bernini und einen Teil seiner Schüler ganze drei Jahre lang. Als Vorbild des Brunnens galt ein silbernes Modell Berninis, das dem Papst enorm imponierte. Neben diesem Brunnen entstanden zudem der Neptunbrunnen, sowie der Mohrenbrunnen.

Vierströmebrunnen Figuren und Skulpturen

Das Thema des Vierströmebrunnens

Das Zentrum des Vierströmebrunnens bildet ein 16,55 Meter hoher ägyptischer Obelisk, der einst den Tempel der Isis und der Serapis schmückte. Die Spitze des Ganzen bildet das eingemeißelte Wappen der Familie Pamphiljis. Erbaut wurde dieser im Jahr 81 n. Chr. Der Obelisk soll die Machtposition der Kirche repräsentieren. Er überragt mit seiner Größe den gesamten Platz und wirkt nahezu unantastbar. Zudem trägt der Obelisk die Taube als Symbol der Pamphiljs.

In Relation zum gigantischen Obelisken, wirken die minutiös herausgearbeiteten Skulpturen geradezu ehrfürchtig. Die Figuren des Brunnens thematisieren Flüsse, der damals bekannten vier Kontinente und sie sind voller Metaphern!

  • Donau (Europa)
  • Río de la Plata (Amerika)
  • Nil (Afrika)
  • Ganges (Asien)

Dabei enthalten die Skulpturen der Flussgötter Charakteristiken, die für die Flüsse samt ihrer Ortschaften repräsentativ sind. Der Nil wurde beispielsweise mit einem bedeckten Kopf des Flussgottes dargestellt, da Bernini die Quelle des Nils bis dato eine Unbekannte war.

Dagegen wirkt die Donau noch als die zivilisierteste Form dieser barocken Erscheinung. Die Nähe der Donau zu Italiens Hauptstadt, wird durch eine Berührung des päpstlichen Wappens symbolisiert.

Das Ruder des Ganges hingegen wird mit einem großen Ruder dargestellt, was auf die hervorragende Schiffbarkeit des Flusses zurückzuführen ist. Der Wassergott des Flusses Río de la Plata sitzt auf einem Berg von Münzen, was als Symbol von Reichtum Amerikas zu interpretieren ist.  

Das Becken des Brunnens weist eine elliptische Form auf. Diesem entspringt ein überaus interessant gestalteter Travertin-Felsen hervor. Insgesamt wirkt das gesamte Erscheinungsbild des Vierströmebrunnens äußerst theatralisch. Nicht selten, wurde der Brunnen gar als eine Form des Theaters beschrieben.

Vierströmebrunnen Interpretation

Brunnenbau in Zeiten der Hungersnot

Heute wird angenommen, dass der Brunnen bei einem Großteil der Bevölkerung, eine gewisse Missbilligung hervorgerufen haben soll. Kaum verwunderlich wenn man sich vor Augen ruft, dass es in mitten der Bauzeit, eine große Hungersnot in Rom gegeben hat. Der dreißigjährige Krieg brachte eine große Armut über die Ewige Stadt. Finanziert wurde der Bau des Vierströmebrunnens dennoch mit Mitteln der Öffentlichkeit.

Die Empörung über die Verwendung der verfügbaren Gelder war allen Anschein nach so groß, dass einige bekannte Schriftsteller Roms ihre Notizen am Brunnen hinterließen die besagten: „Wir brauchen keine Brunnen und Obelisken, wir brauchen Brot!“

Der Protest des Volkes sollte jedoch keinerlei Wirkung zeigen. Stattdessen ließ Papst Innozenz die Aufständigen verhaften und einen Teil seines Gefolges an der Piazza patrouillieren.  

Wo befindet sich der Vierströmebrunnen?

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Redakteur: Sebastian Erkens
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