Die heutige Piazza Navona war in der Antike eine Wettkampfarena mit 30.000 Plätzen...

Die Piazza Navona in Rom

Sebastian Erkens
Sebastian Erkens

Eine weitere beliebte Sehenswürdigkeit in Rom, ist die Piazza Navona. Der im Barockstil gestaltete Platz diente zu Zeiten des damaligen Kaisers Titus Flavius Domitian als Wettkampfarena und zählt bis heute zu den traditionsreichsten Plätzen der ewigen Stadt.

Bei den Römern trug der ca. 30.000 Mann fassende ´Circus Agonalis´ unter anderem den Namen ´Stadion des Domitian´. Mit einer Entfernung von weniger als 5 Gehminuten zum Pantheon, ist die Piazza äußerst zentral gelegen.

Hier können Sie drei der berühmtesten barocken Brunnen Roms besichtigen, sowie in zahlreichen Straßencafés und Restaurants einkehren. Ob am Mittag oder am Abend, auf der Piazza Navona herrscht ein reges Treiben. Neben der vielen Touristen, finden Sie hier vor allem jede Menge Straßenkünstler vor.

So können Sie sich hier wunderbar eine kleine Verschnaufpause gönnen, hausgemachte Pasta und ein Glas Wein verzehren und im Anschluss ein exklusives Portrait von sich zeichnen lassen.

Piazza-Navona-Rom-Sehenswürdigkeiten
Piazza Navona Rom

Adresse:
Piazza Navona, 00186 Roma

Transport:
U-Bahn Haltestelle Spagna (Linie A), von dort aus 1,5 km zu Fuß bis zur Piazza

In der Nähe:
Gladiatoren Museum
(0,1 km)
Pantheon (0,3 km)
Engelsburg (0,7 km)
Trevi Brunnen (0,9 km)

Informationen zur Piazza Navona im Video:

Die Geschichte der Piazza Navona

Ähnlich dem Circus Maximus, war die Piazza Navona zu Zeiten der Römer, ein bedeutsames Stadion. Es wurde im Jahr 46 v. Chr. von Julius Cäsar provisorisch errichtet und später, in den Jahren 81 – 96 n. Chr., unter einem der fleißigsten Bauherren Roms – von Kaiser Domitian, vollendet.

Zu seiner Hochzeit, betrug das Ausmaß der Arena 275 mal 106 Meter. Zum Vergleich: ein heutiges Fußballfeld besitzt die Maße 105 mal 68 Meter!

In seinen Ursprüngen, diente dieser Ort als Austragungsstätte für Leichtathletikwettkämpfe und Wagenrennen. Im späteren Verlauf – als das Kolosseum um das Jahr 217 durch einen Brand zu Schaden kam und somit für einige Jahre als Circus flach fiel, fanden in Domitians Stadion sogar Gladiatorenwettkämpfe statt.

Bei sommerlich-warmen Temperaturen kam es vor, dass die Römer die Abflüsse verstopften, sodass der gesamte Platz für ihre sogenannten ´Wasserspiele´ geflutet werden konnte. Zu seiner Verzierung, war die römische Arena mit etlichen Kunstwerken geschmückt.

Stadion Domitian Nordseite
Stadion des Domitian (Nordseite) um 86 n. Chr.

Bis ins 13. Jahrhundert hinein, wurde das Stadion für Sport und Spiele verwendet. Erst mit dem Untergang des Römischen Reichs, verfiel die Arena in den kommenden Jahrhunderten mit und mit. Ähnlich wie bei anderen großen Bauten, wurden im Laufe der Jahre immer mehr Steine abgetragen und für andere Bauprojekte wiederverwendet.

Das einstige Stadion wurde allmählich zu einem weiteren Marktplatz Roms umfunktioniert, bis Papst Innozenz X. schließlich im 17. Jahrhundert die uns heute bekannte Piazza Navona in Auftrag gab. Böse Zungen behaupten, er habe dies möglicherweise getan um seinen Palast, den Palazzo Pamphilj, auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu schmücken.

Die 3 Brunnen der Piazza Navona

Bis heute, ist die auffällig langgestreckte Form der Piazza Navona geblieben. Die knapp 30.000 Zuschauer tragenden Tribünen hingegen, mussten im Laufe der Zeit anstelle von Wohnhäusern weichen.

Im 17. Jh. beauftragte Papst Innozenz zudem einige der großen Bauherren des Barock, um einen Palast, eine Kirche, sowie drei charakteristische Springbrunnen im heutigen Stadtviertel Parione zu konzipieren.

Falls Sie sich für die archäologischen Ausgrabungen des Domitian Stadions näher interessieren, so können Sie diese täglich von 10.00 – 19.00 Uhr besichtigen.

Etwa 5 Meter unter der Straßenoberfläche können Sie alte Ruinen der römischen Zeitgeschichte besuchen und tiefer in die Historie einsteigen. Hier bekommen Sie alle Informationen, die für Sie spannend sein dürften.

Tipps-für-Städtereise-nach-Rom
Hausgemachte Pasta am Piazza Navona

Der Eintrittspreis beträgt 8,50 Euro für Erwachsene. Sofern Sie einen Rom City Pass besitzen, ist der Eintritt inklusive! Zudem erhalten Besucher der Ausgrabungen mehrsprachige Audioführer (Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Französisch und Russisch). Letzter Einlass ist jeweils 40 Minuten vor Ende. Besonders eindrucksvoll sind die vielen Grabmäler und Altäre im Inneren des Monuments. Während des 16. Jahrhunderts entwickelte sich das Pantheon in Rom zudem zur Grabeskirche. Unter anderem wurden hier italienische Könige, sowie Künstler begraben. Die nachfolgende Auflistung zeigt nur einige dieser bedeutsamen Persönlichkeiten.

Fontana dei Quattro Fiumi – der Vierströmebrunnen

Eines der Hauptattraktionen der Piazza Navona, sind die drei barocken Brunnen. In der Mitte der Piazza thront die Fontana dei Quattro Fiumi, welcher in den Jahren 1649-1651 entstand, nachdem man die antike Wasserleitung „Aqua Virgo“ in Richtung der Piazza verlängert hatte.

Noch heute gilt der Vierströmebrunnen als wahres Meisterwerk des Hochbarock. Die Architektenausschreibung anlässlich des Bau des Brunnens wurde von keinem geringeren gewonnen, als dem weltberühmten Gian Lorenzo Bernini.

Der pompös anmutende Barockbrunnen wurde zu Ehren des Papstes und seiner Familie Pamphilj gebaut und gilt als eines der Hauptaushängeschilder Berninis.

Weitere Werke des einstigen Bildhauers finden Sie heute in der Galleria Borghese.

Fontana dei Quattro Fiumi Piazza Navona
Vierströmebrunnen & Obelisk

Doch der Bau des Brunnens hatte seinen Preis. So kam es im 17. Jahrhundert auf Grund der immensen Baukosten nahezu zu einem Bevölkerungsaufstand in Rom. So wurden Sondersteuern auf Brot und andere Waren fällig, um die Kosten des Fontana dei Fiumi auszugleichen.

Fontana dei Quattro Fiumi Piazza Navona Rom
Vierströmebrunnen am Abend

Die Hauptmerkmale dieses Brunnens sind seine vier detailreich ausgearbeiteten Steinfiguren. Diese sollen mit dem Ganges (Asien), dem Nil (Afrika), der Donau (Europa), sowie dem Río de la Plata (Amerika) – die größten Flüsse der damals bekannten vier Kontinente darstellen.

Die vier Männerfiguren liegen einem 16,55 Meter hohen Obelisken – dem ´Obelisco Agonale´ aus der Zeit des Domitians, zu Füßen. Der riesige Obelisk schmückte einst den Tempel der Isis und des Serapis, der auf dem Marsfeld stand.

Seitlich des römischen Brunnens finden Sie Pflanzen und Tiere vor. Das Wappentier der Familie Pamphilj – die Taube, erhebt sich zudem in der Mitte des Obelisken.

Der Brunnen symbolisiert die damals bekannte Welt, sowie den Herrschaftsanspruch des Papstes Innozenz, über die Erde. Als eines der letzten übermittelten Hieroglyphischen Inschriften, ziert eine Huldigung Domitians den Obelisken. Die Piazza ist mit ihrer Geschichte und dem tollen Flair, übrigens eines der beliebtesten Plätze in Rom

Fontana del Nettuno – der Neptunbrunnen

Der zweite der drei barocken Renaissance-Brunnen, kleidet das Nordende der Piazza. Auch wenn der um 1570 erbaute Brunnen nicht ansatzweise so viel Aufmerksamkeit wie der Vierströmebrunnen auf sich zieht, lohnt es sich dennoch, dieses Kunstwerk aus nächster Nähe zu betrachten.

Ebenso wie der Mohrenbrunnen, wurde auch der Neptunbrunnen zunächst von Giacomo della Porta konzipiert. Della Porta war ein Lehrling Michelangelos und galt als hochtalentierter Bildhauer. Unter anderem war er am Bau des Petersdoms mitbeteiligt.

Im Zuge der Restaurierungen um die römischen Wasserleitungen (Aqua Virgo), wurden kurz vor Beginn des Baus, mehrere Anschlussmöglichkeiten für weitere Brunnen geschaffen. In Auftrag gegeben hatte den Neptunbrunnen einst Papst Gregor XIII. In seiner ersten Bauphase besaß der Brunnen zunächst jedoch keinerlei Skulpturen.

Neptunbrunnen an der Piazza Navona
Der Neptunbrunnen

Erst 300 Jahre Später, wurden zwischen den Jahren 1873-1878, die Statue von Neptun, sowie weitere mythologische Meeresfiguren zum Brunnen hinzugefügt. Man war der Auffassung, dass die Piazza durch den imposanten Vierströmebrunnen in eine Art Ungleichgewicht gefallen war. So war es Antonio della Bitta, der die Gestalt des Neptuns (der mittig des Brunnens einen Oktopus ersticht) gestaltete.

Fontana del Moro – der Mohrenbrunnen

Der Fontana del Moro – oder zu Deutsch: Mohrenbrunnen, wurde ebenfalls im 16. Jahrhundert gebaut. Sein Architekt und Baumeister war erneut Della Porta, ein bekannter Bildhauer seiner Zeit.

Der den Südteil der Piazza schmückende Renaissance-Brunnen sah in seiner Anfangszeit ebenfalls spartanischer aus. So thronten zunächst nur ein Delphin, sowie vier römische Meeresgötter auf dem um 1575-1576 erbauten Brunnen.

Im 17. Jahrhundert war es erneut Bernini, der seine Hände mit im Spiel hatte, und die Entwicklung des Brunnenthemas vorantrieb. Die zentrale Figur bildet von nun an ein afrikanischer Mann aus Äthiopien, der auf der Schale einer Muschel steht und mit einem Delphin kämpft.

Weitere 200 Jahre später wurden zudem die griechischen Meeresgötter (Tritonen) ergänzt. In ihren Händen halten sie Muschelhörner (Wasserspeier), durch die sie mit aufgeplusterten Backen pusten.

Fontana del Moro - Morenbrunnen Rom
Die Wasserspeier der Fontana del Moro

Die Kathedrale Sant’Agnese in Agone

Einige Meter entfernt vom Fontana dei Quattro Fiumi befindet sich die im 17. Jh. erbaute Kathedrale Sant’Agnese in Agone. Die Kirche ist ein weiteres Highlight der Piazza Navona und gleichzeitig ein tolles Beispiel der barocken Architektonik.

Geweiht wurde die Basilika zu Ehren von Agnes von Rom, einer Heiligen, die im Circus von einem römischen Soldaten enthauptet wurde. Der Überlieferung nach steht die heutige Kirche genau dort, an der Agnes das Martyrium erlitt.

Nur zwei Gehminuten entfernt von der Basilika befindet sich übrigens der Palazzo Pamphilj, der frühere Wohnsitz von Papst Innozenz X.

Sant’Agnese in Agone
Basilika Sant’Agnese in Agone

Was ist in der Nähe? Auf der Karte sehen Sie, wo sich die Piazza Navona befindet:

Falls Sie nach der Besichtigung der Piazza noch ein wenig Zeit zur Verfügung haben, so können Sie sich im ´Museo di Roma´, ausführlich über die Geschichte Roms informieren. Es befindet sich im Palazzo Braschi, welcher im 18. Jh. entstanden ist.

Unter anderem finden Sie im heutigen Kunstmuseum spannende Kunstschätze italienischer, sowie internationaler Künstler vor. Mit dabei sind beispielsweise Werke von Nicola Salvi, der seinerzeit den Trevi-Brunnen in Rom entworfen hat. Zudem verfügt das Museum über 100.000 Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und vieles Weitere.

Für den Fall dass Sie um die Weihnachtszeit in Rom sind, empfiehlt sich ein Besuch der Piazza Navona besonders. Von Anfang Dezember bis zum Dreikönigstag am 6. Januar, findet hier jährlich ein stimmungsvoller Weihnachtsmarkt statt.

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Redakteur: Sebastian Erkens
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Mein Name ist Sebastian und ich reise regelmäßig nach Rom – in die Ewige Stadt.
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