Die Galleria Borghese wird jährlich von 500.000 Menschen besucht!

Galleria Borghese

Sebastian Erkens
Sebastian Erkens

Eines der renommiertesten Kunstmuseen weltweit, ist die Galleria Borghese in Rom. Jährlich zieht die eindrucksvolle Kunstsammlung aus dem 15. – 18. Jahrhundert schätzungsweise 500.000 Touristen aus aller Herren Länder an. Und das aus gutem Grund!

Die elegante Galerie beherbergt einen Großteil der Kunstgegenstände, die Papst Paul V. und sein Neffe Kardinal Scipione Borghese bis in das Jahr 1633 hinein zu sammeln vermochten.

Scipione war ein begeisterter Anhänger von Caravaggios Arbeiten und so kam es, dass dieser Werk um Werk zu sammeln begann.

In der Ausstellung können Sie zudem die unglaublich detailverliebten Skulpturen von Bernini aus nächster Nähe betrachten, sowie weitere spannende Kunstgegenstände der Renaissance-Größen Raffael, Tizian und Bellini entdecken!

Kein Wunder also, dass es die Galleria Borghese unter die Top-10 unserer beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Rom geschafft hat.

Park Villa Borghese in Rom

Adresse:
Piazzale del Museo Borghese 5, 00197 Roma

Transport:
Metro Station: Piazza di Spagna, Linie A.
Busse: 5, 19, 52, 53, 63, 86, 88, 92, 95, 116, 204, 217, 231, 360,490, 491, 495, 630, 910 und 926.

Öffnungszeiten:
Dienstag – Sonntag: 09.00 – 19.00 Uhr
Montags sowie am 25.12 | 01.01 geschlossen

In der Nähe von:
Villa Borghese (0,1 km)
Spanische Treppe (1,7 km)

Tickets:
Erwachsene: 27 Euro
Kinder & Jugendliche (bis 6-17 Jahre): 6 Euro
Tickets müssen vorab online reserviert werden!

Informationen zur Villa Borghese im Video:

Tickets unbedingt im Voraus buchen

Das Museum ist sehr gut besucht. Tickets müssen vorab gebucht werden. Es werden lediglich Personen mit einer im Voraus erworbenen Eintrittskarte in die Galleria Borghese gelassen. Die Tickets sind dementsprechend zudem schnell vergriffen.

Zudem sind die Besichtigungszeiten des Museums durchgetaktet. In Zeitintervallen von jeweils zwei Stunden, sind immer maximal 360 Personen zeitgleich zugelassen.

Folgende Zeiten gelten für die Besucher-Intervalle (max. 2 Std.):

  • 09.00 – 11.00 Uhr
  • 11.00 – 13.00 Uhr
  • 13.00 – 15.00 Uhr
  • 15.00 – 17.00 Uhr
  • 17.00 – 19.00 Uhr

Die Galleria Borghese verfügt über einen kostenfreien WLAN-Zugang.

Galleria Borghese - Kunstmuseum Rom

Die Geschichte der Galleria Borghese

Die Galleria Borghese war einst die Sommerresidenz der Familie Borghese, einer italienischen Adelsfamilie mit päpstlichen Wurzeln. Der 5m² große Park Villa Borghese, der im Jahr 1901 ebenso wie die Galerie in den Besitz der Stadt Rom überging, umgibt das auffallend schöne „Casino“ noch heute.

Erbaut wurde die Galleria Borghese in den Jahren 1613 bis 1616 von Kardinal Scipione Caffarelli-Borghese, welcher zugleich, der Neffe des damaligen Papstes Paul V. (Camillo Borghese) war. Abseits seines Daseins als Kardinal, begeisterte sich Scipione für die Kunst.

So begann er eines Tages damit, Künstler wie Bernini, Caravaggio, sowie weitere hochtalentierte Burschen zur fördern und Teile ihrer Werke zu kaufen. Die Basis seiner privaten Kunstsammlung war also geschaffen.

Im Laufe der Jahre erweiterte sich die atemberaubende Kunstsammlung um einige weitere Werke. Die beeindruckenden Fresken, Mosaike, Skulpturen und Antiquitäten finden Sie heute in insgesamt 20 Sälen auf zwei Etagen vor! Die Skulpturen, die Sie in jedem der Säle vorfinden, stammen übrigens von Bernini und Canovas.

Kardinal Scipione Borghese
Kardinal Scipione Borghese

Die Gemälde der Galerie wurden dabei größtenteils von Scipione, sowie dem Papst persönlich zusammengetragen. Die klassischen Antiquitäten (die Sie im Erdgeschoss finden) hingegen sollen hauptsächlich von Marcantonio Borghese im 18. Jahrhundert, sowie von Francesco Borghese im 19. Jahrhundert erworben worden sein.

Einige Ausstellungs-Highlights der Galleria Borghese:

Gian Lorenzo Bernini:

  • Der Raub der Proserpina (1621-1622)
  • Apollo und Daphne (1622-1625)

Michelangelo Merisi da Caravaggio:

Michelangelo Caravaggio Gemälde Galleria Borghese
  • Kranker Bacchus (1593-1594)
  • Knabe mit Fruchtkorb (1593-1595)

Antonio Canova:

Paolina Borghese als Venus Victrix
  • Paolina Borghese (1804-1808)

Gian Lorenzo Bernini

Als großer Bildhauer, Maler und Architekt ist Gian Lorenzo Bernini fast schon zu einer Legende des italienischen Barocks geworden. Sein enormes Talent verhalf ihm unter anderem bei dem Bau des Baldachins im Petersdom, bei der Gestaltung des Vierströmebrunnens in der Piazza Navona, sowie bei der Scala Regia am Vatikan!

Der am 7. Dezember 1598 geborene Gian Lorenzo kam schon früh mit der Bildhauerei in Kontakt und wurde schließlich in der Werkstatt seines Vaters ausgebildet.  Im Jahr 1606 verließen Vater und Sohn die Stadt Neapel, um für Papst Paul V. (Camillo Borghese) zu arbeiten.  

In den Jahren 1618 bis 1625 schuf Bernini einige berühmte Skulpturen, die heute in der Galleria Borghese ausgestellt werden. Hier sind zwei der wichtigsten Exemplare in der Sammlung:

  • Der Raub der Proserpina
  • Apollo und Daphne

Die besonders ausdrucksstarke Dynamik in der Bernini seine Skulpturen wirken lässt macht seine Werke einzigartig. Bernini konnte Marmor auf eine Weise bearbeiten, wie es keinem anderen Bildhauer gelang. Von vielen wird er daher als würdiger Nachfolger des großen Michelangelos angesehen. Berninis Grabmal finden Sie übrigens in der Basilika Santa Maria Maggiore. Einige andere Werke Berninis können Sie in der Galleria Doria Pamphilj besichtigen.

Raub der Proserpina (1621-1622)

Berninis ´Raub der Proserpina´ stammt aus den Jahren 1621-1622, als der italienische Künstler gerade einmal 23 Jahre alt war.

Die in Carrara gemeißelte Skulpturengruppe zeigt die tragische Entführung Proserpinas (Tochter von Demeters und Jupiter) durch Pluto, Gott der Unterwelt.

Pluto nimmt sie gewaltsam gefangen am Ufer des Sees Pergusa, um sie von dort aus in die Unterwelt zu entführen. Mit seiner detailverliebten Art Geschichten zu erzählen und dabei den Moment der Dramatik zu transformieren, wirken die Figuren beinahe lebensecht.

Von den Muskeln des Gottes Pluto bis hin zu Proserpinas Gesichtsausdruck, werden Sie beim Betrachten des Ganzen förmlich in die Szenerie hineingesogen.

Bernini - Raub der Proserpina (1621-1622)

Apollo und Daphne (1622-1625)

Eine der beliebtesten Skulpturen in der Galleria Borghese ist die von Apollo, Gott der Bogenschützen und der Bergnymphe Daphne aus der griechischen Mythologie. Apollo soll laut Ovid Eros verspottet haben, ein lächerlicher Schütze zu sein.

Dies wollte Eros nicht auf sich sitzen lassen, und schoss ihm einen Pfeil in den Körper. Doch nicht nur Apollo traf es. Auch die Nymphe Daphne erwischte es, sie betäubte Eros allerdings mit einem anderen Pfeil.

Dieser sollte sie unempfänglich für den unsterblich verliebten Apollo machen. Natürlich konnte es Apollo nicht lassen und jagte Daphne nach.

Apollo and Daphne - Künstler Bernini
Bernini - Apollo und Daphne (1622-1625)

Basierend auf Ovids Metamorphosen, fangen die beiden Marmor-Figuren den Augenblick ein, in dem Apollo zu ihr aufschließt, während Daphne sich schon halb in einen Lorbeerbaum verwandelt hat, um ihm zu entkommen. Achten Sie nur auf die vielen Details, die die Szenerie so wahnsinnig dramatisch aussehen lassen!

Michelangelo Merisi da Caravaggio

Caravaggio, einer der meist adressierten Maler des 17. Jahrhunderts, ist bereits im Alter von 38 Jahren gestorben. 400 Jahre nach seinem bis zuletzt ungelösten Tod, hat der extravagante „Meister von Licht und Schatten“ bereits Kultstatus erreicht.

Sein beispielloser Umgang mit Schatten und Lichtern hat Caravaggio zur absoluten Größe des Frühbarocks aufsteigen lassen. Caravaggio ließ sich jedoch immer wieder in kriminelle Aktivitäten verstricken, wodurch ihm ein turbulentes Leben gewiss war.

In gewisser Weise spiegelt sich seine Lebensweise in seinen Gemälden sogar wieder. Die Hell-Dunkel-Aspekte seiner malerischen Innovation das ´Chiaroscuro´ war für ihn ein Meilenstein. Caravaggio zog es nach Rom, wo er schon bald die lukrativsten Malerjobs der Stadt erhalten sollte.

Sein hitziges Temperament, das den Maler immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt brachte und sogar in einem Todschlag endete. Caravaggio floh aus Rom und starb 1610 auf der Halbinsel Monte Argentario. Die Galleria Borghese besitzt die weltweit größte Anzahl an Werken von Caravaggio. Darunter sind die von Scipione erworbenen Werke:

  • Knabe mit Obstkorb
  • Kranker Bacchus

Knabe mit Obstkorb (1593-1595)

Dieses Werk zählt zu den frühen Gemälden Michelangelos und wurde zwischen den Jahren 1593 bis 1595 gemalt, als Caravaggio gerade in Rom angekommen sein muss. Zu sehen ist ein junger Mann der einen Obstkorb hält.

Die Öl-Leinwand wurde schließlich im Jahr 1607 auf Geheiß des Kardinals Scipione beschlagnahmt und fand so in den Besitz der Familie Borghese.

Das Werk zeichnet sich vor allem durch seine enorme Sinnlichkeit aus. Ein junger Knabe, dessen Gesicht eine gewisse Portion Weiblichkeit ausstrahlt. Alles wirkt sehr natürlich. Die Farben, das Obst im Korb, ja gar die Körperhaltung des jungen Mannes.

Michelangelo Caravaggio Gemälde Galleria Borghese
Caravaggio - Knabe mit Obstkorb (1593-1595)

Kranker Bacchus (1593-1594)

Der kranke Bacchus ist ein Selbstporträt Caravaggios, das bereits ein Jahr nach dem Knaben mit dem Obstkorb entstanden ist. Damals hielt sich Michelangelo in der Ewigen Stadt Rom auf, wo er Übermittlungen zu Folge an Malaria und einer Lebererkrankung litt.

Er ging für sechs Monate in das Hospital Santa Maria della Consolazione und ließ sich dort behandeln. Historikern zu Folge soll sich Michelangelos dort selbst gemalt haben während er sich im Spiegel so betrachtete.

Vermutungen zu Folge wollte er mit diesem Werk seine eigene Kunstfertigkeit gleich in vielerlei Hinsichten darstellen. Das Stillleben durch die Obstschale, sowie die Porträtmalerei.

Galleria Borghese Kunstwerk Kranker Bacchus von Caravaggio
Caravaggio - Kranker Bacchus (1593-1594)

Antonio Canova

Geboren am 17. November 1757, verstarb sein Vater bereits vier Jahre später frühen Alters. Ein weiteres Jahr später kam Antonio zu seinem Großvater Pasino Canova, Steinmetz seiner Zeit. Dieser besaß einen Steinbruch, der ihm Material für seine Aufträge lieferte.

Wie damals üblich, wurde Antonio somit bereits in jungen Jahren an die Handwerkskunst herangeführt, wodurch er eine aufblühende Begabung zu entwickeln begann. Opa Pasinos Spezialgebiet waren dabei Statuen, Altäre, sowie Reliefs.

Spätestens als er im Alter von 15 Jahren bereits Skulpturen für die italienische Aristokratie erschafft, gilt er als der Bildhauer dem die Zukunft gehöre. Dank einiger Förderer wie Napoleon gelang es Canova schnell, seinen Bekanntheitsgrad zu steigern um schließlich im Jahre 1789 ein eigenes Kunstatelier zu eröffnen.

Paolina Borghese als Venus Victrix:

Die Skulptur der Paolina Borghese gehört zu Antonio Canovas bekanntesten Werken. Damals sorgte die Tatsache, dass die hübsche Schwester des Kaisers Napoleon nahezu nackt Modell stand, für große Empörung in Mitten der Vornehmen Gesellschaft.

Als Paolina Bonaparte auf Ihr Kunstwerk angesprochen wurde wie sie so etwas habe tun können, antwortete sie: „Ja warum denn nicht? Im Atelier brannte ein Feuer, dort war es nicht kalt.“

Schon im zarten Alter von 17 Jahren wurde die Schwester Napoleons mit dem General Eduard Leclert verheiratet.

Von nun an fiel sie in Pariser Skandalblättern eher mit Seitensprüngen auf, als in ihrer Beziehung mit dem acht Jahre älteren Gatten zu glänzen.

Paolina Borghese als Venus Victrix
Antonio Canovas - Paolina Borghese (1805-1808)

Paolinas Unbekümmertheit sowie ihre Sinnlichkeit wurden zu eines der größten Meisterwerke Canovas, welches zwischen den Jahren 1805 und 1808 entstand.

Die Skulptur sollte nicht nur ihre Schönheit ausstrahlen, sondern auch den Ruhm des Bruders Napoleon. Mit dem Untergang des französischen Imperiums, verlor die Figur zunehmend an Bedeutung. Dennoch ist es faszinierend, die natürliche Weichheit des Marmors zu sehen und wie täuschend echt die Details der Paolina auf den Betrachter wirken.

Warum Sie einige der Kunstwerke heute im Louvre finden

Nach dem Ableben des Kardinals im Jahre 1633, erweiterte sich die Anzahl an Kunstschätzen zunächst erst einmal weiter. Erst im 19. Jahrhundert kam es schließlich doch zu teils herben Verlusten in der Sammlung Scipiones.

Mit der Vermählung von Camilla Borghese und Pauline Bonaparte, Schwester Napoleons, verlor die bis dato nahezu verlustfrei gebliebene Kunstsammlung über 150 Skulpturen, sowie 170 Reliefs, 160 Büste und insgesamt 30 Säulen an Frankreich.

Der Herzog geriet durch Napoleons Drängen zunehmend unter Druck, wodurch er notgedrungen einen Teil seiner Sammlung verkaufte. Einige dieser exquisiten Kunstgegenstände schmücken heute den Louvre in Paris!

Hier befindet sich die Galleria Borghese in Rom:

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Redakteur: Sebastian Erkens
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