Die Via Appia Antica ist eine der ältesten Zugangsstraßen Roms!

Die Via Appia Antica in Rom

Sebastian Erkens
Sebastian Erkens

Mit einer Historie von mehr als 2300 Jahren, ist die Via Appia Antica eine der ältesten Zugangsstraßen Roms. Sie ist damit nicht nur eine der geschichtsträchtigsten Sehenswürdigkeiten in Rom, sondern schlägt gleichzeitig landschaftlich eine schöne Brücke zwischen Roms Zentrum und der Römischen Campagna.

Die römische Verbindungsstraße, die zunächst “nur” in das 217 km entfernt gelegene Capua führte, wurde im Jahr 312 v. Chr. fertiggestellt. Fortan konnten römische Soldaten und Händler bei Bedarf um ein Vielfaches schneller vorankommen.

So dauerte eine Reise von Rom in die wirtschaftlich konkurrierende Stadt Capua nur noch 5 bis 6 Reisetage, ein Quantensprung zur damaligen Zeit! Gleichzeitig diente das stabile Kopfsteinpflaster als Transportroute sämtlicher Warengüter.

Via-Appia-Antica Rom
Via Appia in Rom
Pflastersteine Via Appia

Benannt wurde die strategisch wichtige Straße nach ihrem Erbauer, Konsul Appius Claudius Caecus. Dieser trieb den Bau der später einmal 540 km langen Verbindungsstrecke von Rom nach Brindisi voran und gab zudem die erste Wasserleitung der Stadt in Auftrag.

Auf der idyllisch anmutenden Straße finden Sie noch heute viele der originalen Pflastersteine aus der Antike vor. Die vielen Verschleißmerkmale der zum Teil aus Lavagestein und Zement bestehenden Steine lassen beschwerliche Reisen per Pferd und Karren erahnen.

Adresse:
Via Appia Antica, Roma

In der Nähe:
Caracalla Thermen (0,6 km)

Transport:
U-Bahn Haltestelle Circo Massimo liegt etwa 1,5 Kilometer vom Startpunkt Porta San Sebastiano entfernt.

Bus: 1,50 Euro / Fahrt
Bus-Linie 218 (ab San Giovanni in Laterano – fährt stündlich)

Bus-Linie 118 (ab Metro B: Circo Massimo, fährt alle 20 Minuten) -> Dieser Bus fährt einen Teil der Via Appia ab und hält zum Beispiel an den Katakomben von San Callisto.

Hop-On/Hop-Off-Bus: Ausstieg: Thermen von Caracalla + 800 Meter laufen.

An den Wochenenden fahren hier nur wenige Busse.
Alternative: Taxi von San Giovanni in Laterano zur Kirche Santa Maria in Palmis (ca. 14 Euro)

Besonderheiten: Sonntags sind hier keine motorisierten Fahrzeuge gestattet.

Tipp: Via Appia unbedingt mit dem Fahrrad erkunden!

Fahrrad mieten Via Appia Antica
Fahrradtour entlang der Via Appia

Die meisten Touristen erkunden die Via Appia gerne per Fahrrad oder Elektrobike. Unter Zypressen und Pinien hindurch, geht es gemütlich die zwei Jahrtausend alte Römerstraße entlang zahlreicher Ruinen.

Dadurch dass es der römischen Bevölkerung nur außerhalb der Stadtmauern erlaubt war ihre Liebsten zu bestatten, finden Sie hier heute eine Vielzahl an spannenden Grabmälern vor.

Wir empfehlen Ihnen, die Strecke von der ´Porta di San Sebastiano´ bis hin zur ´Villa Quintili´ zu erkunden. Mit dem Fahrrad lässt sich diese Distanz von knapp 7 km innerhalb von 25-30 Minuten zurücklegen. Fotopausen und etwaige Ruinen-Besichtigungen sollten natürlich noch zusätzlich einkalkuliert werden.

Sehenswürdigkeiten entlang der Via Appia

Der Verlauf der Via Appia ist durch viele Meilensteine gekennzeichnet, die Ihnen Auskünfte über jeweilige Entfernungen, Ziele, sowie Auftraggeber einiger Ruinen überliefern.

Den ersten Meilenstein finden Sie bereits am ´Via di Porta San Sebastiano´ vor, dem heutigen Beginn der Via Appia. Von hier aus geht es weiter mit dem Fahrrad, vorbei am Museum der römischen Stadtmauer (´Mura aureliane´), bis hin zur Kirche ´Santa Maria in Palmis´, die im 9. Jahrhundert erbaut wurde.

Laut einer Apostelgeschichte, trafen hier Christus und Petrus aufeinander, der zu jener Zeit aus Rom flüchtete. Nach ihrer Unterhaltung soll sich Petrus zurück nach Rom begeben haben, um sein Martyrium zu erleiden.

Die Via Appia Antica

Von der Kathedrale aus, erreichen Sie die Calixtus Katakomben innerhalb nur weniger Minuten (kurz vor dem ´Instituto Salesiano S.Tarcisio´ rechts abbiegen). Diese beinhalten über 170.000 Gräber und können zudem per Führung besichtigt werden.

Einen weiteren Kilometer entfernt liegt der zwischen 306 und 312 n. Chr. errichtete Maxentius-Circus, der als eine der besterhaltenen Rennbahnen des antiken Roms gilt und sich seiner damaligen Bedeutung, gleich hinter dem Circus Maximus einfügt. Ein Obelisk der den Circus einst schmückte, steht übrigens heute an der Piazza Navona.

Via Appia Antica - alte Römerstraße
Schönes Schattenplätzchen auf der Via Appia
Grabmal der Caecilia Metella in Rom
Grabmal der Caecilia Metella

Je weiter Sie sich im Verlaufe Ihrer Entdeckungstour Stadt auswärts befinden, desto mehr Grabmäler werden Sie registrieren. Dies hat den Ursprung, dass Gräber weit außerhalb der Stadt um einiges günstiger waren.

Das wohl bekannteste Grabmal ist das der Caecilia Metella, Tochter eines Generals unter Caesar (hier wird ein Kombiticket zum Grabmal und zu den Caracalla Thermen angeboten!).

Gleich nebenan im roten Steinhaus lässt sich übrigens ganz hervorragend die traditionelle, römische Küche genießen! (Öffnungszeiten: Di-Sa 12-23 Uhr / So 12-15 Uhr)

Anderenfalls können Sie sich an einem Kiosk nur unweit entfernt (Ecke Via Caecilia Metella) mit Kaffee, Kaltgetränken oder Sandwiches stärken.

Villa der Quintilier

Weitere 5 km entfernt, finden Sie die Villa der Quintilier, die für einen Eintrittspreis von 5 Euro besichtigt werden kann. Hier hauste einst Kaiser Commodus, der bekannt dafür war, das Ländliche zu präferieren. Noch heute erstrecken sich die Überbleibsel der luxuriösen Villa über eine große Fläche am Rande der Via Appia Antica.  

Geschichtlicher Verlauf der Via Appia Antica

Bereits kurz nach Fertigstellung der römischen Straße, bewies sich die Via Appia Antica als kluger Schachzug der römischen Politik. So gelang es den Römern, sich trotz einiger verheerender Rückschläge zwischen den Jahren 343 bis 290 v. Chr., die neu geschaffenen Transportmöglichkeiten zu Nutze zu machen und somit den zweiten Krieg gegen die Samniter siegreich zu beenden.

Sie eroberten die Städte Capua, Cumae, sowie Acerra und schmiedeten ein wichtiges Bündnis mit Neapel. Rom hatte fortan einen enormen Einfluss auf den Süden Italiens und konnte seine Machtposition weiter stärken.

Der Ausbau der Verbindungsstraße nahm seinen Lauf und führte bereits im Jahr 190 v. Chr. bis hin zur Stadt Brindisi im Süden Italiens. Für die Römer war somit das „Tor des Orients“ frei, was eine Reihe von Raubzügen im Nahen Osten, sowie in Nordafrika mit sich zog.

Die antike Hafenstadt Ostia Antica nahe Rom wurde dabei erst im 1. Jahrhundert n. Chr. in Betrieb genommen. Das Raubgut musste also zunächst ganze 584 km weit über die Appia Antica transportiert werden, ehe es mittels Schiffe weitaus schneller von A nach B verladen werden konnte.

Im Jahr 71 v. Chr. war es der Oberbefehlshaber Crassus, der eine Vielzahl gefangener, aufständischer Sklaven an der Via Appica Antica kreuzigen ließ. Auf der 200 km langen Wegstrecke bis Capua, soll er alle 200 Meter ein Kreuz errichten ließen.

Via-Appia-Antica-Karte
Via Appia Karte: von Rom nach Brindisi

Auf der Karte sehen Sie, wo sich die Via Appia befindet.

Tipps zum Erkunden der Via Appia

Über mich

Redakteur: Sebastian Erkens
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Mein Name ist Sebastian und ich reise regelmäßig nach Rom – in die Ewige Stadt.
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